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VIAF®

Virtual International Authority File

Die Virtual International Authority File (VIAF) ist ein internationaler Dienst, der einen einfachen Zugriff auf die weltweit größten Normdateien mit Personendaten ermöglicht. Für die Gründer dieses Projekts bildet VIAF einen weiteren Baustein für das semantische Web, durch den die Ansetzung von Personennamen in die bevorzugte Sprache und die bevorzugten Schriftzeichen des jeweiligen Webbenutzers umgewandelt wird. VIAF begann als gemeinsames Projekt der Library of Congress (LC), der Deutschen Nationalbibliothek (DNB), der Bibliothèque nationale de France (BNF) und OCLC. Im Laufe der Jahrzehnte hat sich daraus eine Kooperation zwischen immer mehr nationalen Bibliotheken und anderen Institutionen entwickelt. Anfang 2012 konnten 20 Institutionen aus 16 Ländern als Teilnehmer verzeichnet werden.

Viele große Bibliotheken führen Listen mit Namen von Personen, Körperschaften, Konferenzen und Orten sowie Listen zum Verwalten von Werken und anderen Entitäten. Diese Listen oder Normdateien werden von den verschiedenen Bibliotheken weltweit unterschiedlich geführt und verwaltet. Die Unterschiede werden vor allem deutlich, wenn die Bibliotheksdaten verschiedener Bibliotheken in gemeinsamen Katalogen zusammengefasst werden, z. B. bei WorldCat von OCLC.

VIAF macht die Verwaltung von Bibliotheksnormdateien weniger aufwendig und verbessert außerdem die Nutzbarkeit dieser Dateien für die Bibliotheksbranche und darüber hinaus. Hierzu gleicht VIAF die Normdateien nationaler Bibliotheken ab, verknüpft sie und gruppiert alle Normdatensätze für eine bestimmte Entität in einem übergeordneten Normdatensatz, in dem die verschiedenen Namen für diese Entität zusammengeführt werden. Durch die Verknüpfung verschiedener Namen für dieselbe Person oder Organisation ermöglicht es VIAF einer großen Zahl Bibliotheken und anderer Institutionen, bibliografische Daten einzelner Bibliotheken für unterschiedliche Sprachgemeinschaften wiederzuverwenden.

Ganz konkret bedeutet das:

  • VIAF verknüpft nationale und regionale Normdatensätze und erstellt einen zusammengeführten Datensatz für jeden Namen
  • VIAF erweitert das Konzept der universellen bibliografischen Kontrolle, indem (1) nationale und regionale Variationen in autorisierten Ansetzungen nebeneinander existieren können und indem (2) dem Bedürfnis nach Variationen in der bevorzugten Sprache, den bevorzugten Schriftzeichen und der bevorzugten Schreibweise Rechnung getragen wird
  • VIAF spielt eine wichtige Rolle bei dem sich entwickelnden semantischen Web

VIAF ermöglicht Bibliotheken nicht nur eine Identifikation der gewünschten Entitäten über das Web, sondern treibt auch die Lokalisierung bibliografischer Daten dadurch voran, dass lokale Versionen von Namen (z. B. mit verschiedenen Schriftzeichen, Schreibweisen oder anderen Variationen) für die Suche und Anzeige verfügbar gemacht werden. So können z. B. deutsche Benutzer die von der DNB festgelegte Ansetzung sehen und französische Benutzer die Ansetzung der BnF. Englisch sprechenden Benutzern kann der Name entsprechend der LC/NACO-Datei angezeigt werden. Die Benutzer in den jeweiligen Ländern können die Namensdatensätze der anderen Länder sehen, wodurch die Normen international werden und die Suche in allen Sprachen weltweit vereinfacht wird.

Wir sind eine weltweite Bibliotheksorganisation, die 1967 von Mitgliedern gegründet wurde und von ihnen verwaltet wird. Diese Gemeinschaft setzt sich im öffentlichen Interesse für den breiteren Zugang zum weltweiten Wissen und die Senkung der damit verbundenen Kosten ein.